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ouch. Facebook.

Damals, gefühlt vor 15 Jahren war Facebook echt mal eine tolle Sache. Man war mit Leuten „befreundet“ die man irgendwie, irgendwoher kannte, hatte zuhauf hunderte oder tausende davon. Es gab diese Gruppen-Funktion noch nicht und wenn man mal „angestupst“ wurde, war das sehr bald schon das größte der möglichen Aufmerksamkeit für einen, ohne direkt angeschrieben zu werden.

In der Zeit von Likes, Reichweite und dieser merklichen Spaltung der Gesellschaft empfinde ich dieses Portal inzwischen als eines der Vollkatastrophen dieser bzw. unserer Generation.

Für mich ist Facebook wie ein scheiß Autounfall, ich will echt nicht dabei sein, aber neugierig ist man dann doch.

Im Übrigen, Facebook dient jetzt absolut exemplarisch, es sind durchaus noch andere so genannte „Social Media“ die ich nur zu gerne durch den Kakao ziehe, ich finde sie inzwischen gar nicht mehr so sozial.

Mein heutiger Morgen begann damit, wieder jemanden zu korrigieren, der es einfach nicht geschafft hat einen Artikel der Welt (explizit: Artikel) korrekt zu interpretieren. Was ist passiert? Die Überschrift wurde zitiert, welche da lautet: „Laschet ruft dazu auf, keine Weihnachtsgeschenke online zu kaufen“. Ah, klar, ein Politiker, in der weltberühmten Zeitung, welche mit dem Namen schon suggeriert die „Welt“ zu sein. Naja. Komm.

Das der Laschet, nein ich bin kein Sympathisant, eben genau das zwar gesagt, aber bei weitem nicht so gemeint hat, wird klassisch bei kognitiv nicht ganz so starken Menschen schonmal für Blutdruck sorgen, warum? Zu dumm oder zu faul zum Lesen. Ouch. Letztlich sagt eine gut inszenierte Überschrift, um möglichst viele Leute auf meine Website zu bekommen, doch alles oder?

Gerade in diesem Moment frage ich mich warum ich das überhaupt schreibe, liest doch keiner mehr. Egal.

Ich möchte gar nicht darauf eingehen was Herr Laschet meinte oder sagte, das ist hier nur ein Beispiel von hunderten, die ich täglich lese und es tut weh, es tut so richtig weh, wie unsere Gesellschaft nicht einmal einen Satz bis zum Ende liest und dann schon vernünftig für sich abschließend erstmal drauf los hetzen muss. Die Leute fahren dann übrigens nicht bis zum Landtag oder zur Ratssitzung vor Ort – quatsch, von Zuhause ist ja bequemer, am besten noch auf der privaten „Chronik“ oder anonym, dann erreicht man den Politiker selbst, den es im übrigen ja eh nicht interessiert, noch am besten.

Seit Monaten überlege ich mir eine Taktik wie ich aus diesem Konstrukt aussteige, zum einen ist Facebook für mich eine Informationsplattform ohne gleichen, Veranstaltungen, Kleinanzeigen, verhasste Werbung oder sei es was peinliches: Mir werden Geburtstage angezeigt. Das kann alles Facebook, ich logge mich ein und die Welt öffnet ihre virtuelle Pforte. Ganz einfach und schnell. Käseblättchen kommen nur zweimal die Woche und Lokalzeitungen bringen nur noch Schrott oder sind überseht von halb recherchierten Artikeln von ideologischen Redakteuren, Anzeigen dort zu teuer – also muss eine andere Informationsquelle her und man schreitet zur Tat. Schnell, mit dem Handy in der Hand, klassisch auf dem Klo, mal eben die ersten Informationen über den Tag abgreifen. Fluch und Segen zugleich.

Im ersten Schritt habe ich begonnen mich aus diversen Gruppen auf dieser Plattform zu distanzieren, habe meine Privatsphäre Einstellungen optimiert, die Freundesliste stark verkleinert. Alles gut, aber irgendwie und ständig erreichen mich trotzdem etliche Halbwahrheiten, dummes Gesülze von einem wirklich dummen Mock der Menschheit, naives, blödes, faules Pack. Das nervt. Egal wie weit ich diese Freundesliste noch sortiere, irgendwer teilt mal wieder was, irgendwer kommentiert mal wieder was und in jeder doch noch so guten sortierten Gruppe treibt es mal jemand auf die Spitze, ich komme da nicht mehr gegen an.

Für dieses Jahr ziehe ich ein Resümee. Am 01.01.2021 ist für mich Ende, ein Ende mit und auf Facebook.

Ich will gefühlt wieder „normal“ Leben, der Plan diese Plattform nur als Kontaktmöglichkeit zu nutzen geht nicht auf, die Leute zu denen ich Kontakt suche, die bekomme ich auch anders, mir werden gewiss einige Informationen wie Veranstaltungen und Kleinanzeigen flöten gehen, das ist schade, aber hey, wenn es hilft. Bockt einfach nicht mehr.

Wer jetzt feststellt das er meine Handy-Nummer nicht hat, um anderweitig mit mir in Kontakt zu treten, dem sei gesagt: Schreib mir ein Fax! PS: Im Impressum steht eine E-Mail Adresse von mir 😉

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1 Kommentar

  1. Markus 17. Dezember 2020

    Hi Poschi

    Verstehe Dich ein Stück weit, bin aber tatsächlich zu einer anderen Entscheidung gekommen, als Du.
    Die Dummheit der Menschheit scheint tatsächlich bei Facebook in konzentrierter Form aufzuschlagen und es gibt kein finales Mittel es auszublenden. 
    Ich mache es wie Du es auch gemacht hast: Freundesliste ausdünnen und das eine oder andere einfach ertragen oder da, wo es sich lohnt, widersprechen …

    Aber in Summe ist mir Facebook und Twitter tatsächlich zu wichtig. Zum einen bekomme ich nirgendwo sonst derartig konzentriert Infos zu allen möglichen Dingen , die mich interessieren (von Politik, Witzseiten, über Musik zu Sport und so weiter) und zum Anderen ist Facebook für mich eine Möglichkeit mit Leuten lose in Kontakt zu bleiben, mit denen ich den Kontakt ansonsten verlieren würde.
    Und bei Leuten aus dem engeren Kreis ist es ein Stück weit die Möglichkeit an ihrem alltäglichen Leben teilzunehmen und überall seinen Senf dazuzugeben 🙂

    Enorm wichtig ist der Messenger. Wir organisieren jede Menge darüber. Ginge sicherlich auch über WhatsApp, aber ich finde den Messenger schon praktischer, weil er Device übergreifend funktioniert.

    So habe ich entscheiden, die Kreise kleiner zu machen (Rausschmeißen und über Listen zu arbeiten) aber verzichten möchte ich nicht drauf.

    Aber so macht eben jeder das seine 😉

    Bis die Tage 
       Markus 

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